Saarland Wappen

- Kapitel 5 –

Die Geschichte der Feuerwehr 

von 1957 bis 1973

im Bundesland Saarland bis zur Auflösung der Gemeinde Jägersburg

 

10.10.1957 die Freiwillige Feuerwehr Jägersburg führte unter Mitwirkung der Löschzüge Breitenfeld, Websweiler und des Ortsverbandes des Roten Kreuzes eine große Abschlussübung auf dem Altbreitenfelderhof durch. Das angenommene Brandobjekt war die mit Personen besetzte Schule. Kurz nach dem Alarm um 18 Uhr traf der Löschzug Jägersburg an der Brandstelle an, wo bereits der Löschzug Breitenfeld im Einsatz stand. Im gemeisamen Einsatz der drei Wehren und des Roten Kreuzes konnte eine vorbildliche Übung durchgeführt werden[1].

Gott zur Ehr – dem nächsten zur Wehr

31.10.1958 Am vergangenen Samstag fand die Jahresübung der Feuerwehren von Jägersburg- Ost, Websweiler und Altbreitenfelderhof statt. Ein angenommener Großbrand auf dem Websweilerhof erforderte den vereinten Einsatz der drei Wehren.

Nach dem Übungsthema waren mehrere Kinder, die den Brand verursacht hatten, auf dem Heuboden durch die Flammen eingeschlossen. Kurz nach Auslösung des Alarms trafen die Mannschaften von Websweiler und Altbreitenfeld an der Brandstelle ein und befreiten die Kinder aus der „bedrohlichen Lage“. Einige waren, um sich zu retten, aus dem ersten Stock gesprungen und hatten sich dabei verletzt. Ihnen wurde durch die Einsatzgruppe des Jägersburger Roten Kreuzes erste Hilfe geleistet.

In vorbildlicher Zusammenarbeit mit dem wenig später eingetroffenen motorisierten Löschzug von Jägersburg gelang es, ein Übergreifen des Brandes auf die übrigen Wirtschafts- und Wohngebäude zu verhindern und schließlich den Brand einzudämmen. In einer abschließenden Einsatzbesprechung unterstrich Wehrführer Graf die vorbildliche Zusammenarbeit und den guten Ausbildungsstand der Wehren und des Roten Kreuzes. Er dankte allen für ihre Einsatzbereitschaft und bat auch weiterhin pflichtbewusst der guten Sache zu dienen, getreu dem Leitspruch „Gott zur Ehr – dem nächsten zur Wehr“.

In Vertretung des Ortsbürgermeisters lobte der 1. Beigeordnete Herz die gezeigten Leistungen und dankte namens der gesamten Gemeinde für den unermüdlichen Pflichteifer im Dienste und zum Schutze der Gemeinschaft[2].

Vorbericht zum Haushaltsplan der Gemeinde Jägersburg für das Rechnungsjahr 1958[3]

Aufwandsentschädigung für Feuerwehrgerätewart 5.000 ffrs.

Unterhaltung der Gebäude, Grundstücke, 5.000 ffrs.

Errichtung und Instandhaltung der Löschwasser- und Meldeanlagen 20.000 ffrs.

Neuanschaffung von Feuerlöschgeräten und Schläuchen 150.000 ffrs. Neuanschaffung von Uniformen 20.000 ffrs.

Instandhaltung und Reparatur von Löschgeräten und Schläuchen 10.000 ffrs.

Instandhaltung und Reparatur von Uniformen usw. 2.000 ffrs.

Treibstoffe, Öl, Fette usw. 25.000 ffrs.

Fachliteratur, Lehrbücher usw. 5.000 ffrs.

Beiträge zur Sterbekasse 3.000 ffrs.

Beiträge zu den überörtlichen Einrichtungen 25.000 ffrs.

Beihilfen für die Teilnahme an Ausbildungen, Lehrgänge, Schulungen 20.000 ffrs.

Reisekosten und Entschädigungen für Mehraufwand 30.000 ffrs.

Versicherungsprämien 27.000 ffrs.

Vermischte Zweckausgaben 30.000 ffrs.

Neuanschaffung einer Heizung für Gerätehaus 100.000 ffrs.

Schreibmaterial usw. 2.000 ffrs.

Verabreichung von Erfrischungen bei Einsätzen 5.000 ffrs.

Kameradschaftszwecke, Kränze 60.000 ffrs.[4]

Am 14.06.1959 lesen wir:

Am Sonntagfrüh fand auf dem Altbreitenfelderhof eine Feuerwehr- Großübung statt, an der die Wehren von Jägersburg, Bexbach, Oberbexbach, Niederbexbach, Höchen, Frankenholz, Altstatt, Limbach und Kirkel teilnahmen. Der angenommene Großbrand hatte solche Ausmaße erreicht, dass die vorhandenen Hydranten nicht ausreichten und etwa 1000 Meter Schlauch über schwieriges Gelände verlegt werden mussten, um die erforderlichen Wassermengen zu bekommen[5].
„Das Schulhaus brennt!“

Freiwillige Feuerwehr und Sanitätskolonne JÄGERSBURG stellten bei der Jahresschlussübung ihr Können unter Beweis

Jägersburg 17.11.1959

Die Sirene auf dem Bürgermeisteramt heulte dieses Mal gottlob nur zu der Jahresabschlussübung der freiwilligen Feuerwehr und der DRK- Ortsgruppe Jägersburg auf. Binnen weniger Minuten war auch schon der Feuerlöschwagen mit den Wehrmännern und die Sanitätskolonne bei dem Brandobjekt – altes Schulhaus – eingetroffen.

Noch während eine Gruppe von Feuerwehrmännern die Schläuche am Hydranten anschlossen und aus legten, drang eine andere Abteilung bereits in das Schulhaus ein, um die Brandbekämpfung vorerst mit Schaumlöschern aufzunehmen. Außerdem galt es, eine im zweiten Stock vom Feuer eingeschlossene Schulklasse vom Verbrennungs- oder Erstickungstod zu retten. Die Rettungsarbeiten liefen wie am Schnürchen und zeugten von einem guten Ausbildungsstand. Die 17 Schüler konnten denn auch unter Heranziehen der Sanitätshelfer gerettet werden. Der zahlreich erschienen schaulustigen Jugend machte es vor allem riesig Spaß, als einige der Verletzten durch das Fenster von Wehrmännern über die hohe Leiter und am Seil ins Freie gerettet werden konnten. Die verschiedensten Verletzungen waren durch Moulegestücke an den Körperteilen dargestellt. Unter der Aufsicht von Kolonnenarzt Dr. Langner und Kreiskolonnenführer Stein aus Erbach wurden die Verletzten ins neue Schulhaus verbracht, wo ihnen erste Hilfe zuteil wurde. Kreiskolonnenführer Stein lobte den reibungslosen Verlauf der Übung und sprach sich anerkennend für die präzise Hilfeleistung und den vorbildlichen Einsatz, sei es auch nur zu einer Übung aus.

Auch Wehrführer Ludwig Graf äußerte sich zufriedenstellend über den schnellen und zielbewussten Einsatz der Feuerwehrmänner. Er wies jedoch auf die großen Unterschiede im Ernstfall und Übung hin. Bei den glücklicherweise nur wenigen Einsätzen im Ernstfalle, habe sich aber die Feuerwehrgruppe als schlagkräftig und gut ausgerüstet erwiesen. Am Abend trafen sich die Angehörigen der freiwilligen Feuerwehr und die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes der Ortsgruppe im Saal Mathieu zu einem gemütlichen Beisammensein und einer kleinen Feierstunde.

Hierbei fand eine Ehrung langjähriger Feuerwehrmänner statt. Besondere Ehre wurde dem Jubilar Edmund Kullmann zuteil der bereits seit 41 Jahren im Dienst der freiwilligen Feuerwehr steht. Die musikalische Umrahmung übernahm die Kapelle Ganter, die anschließend zum Tanz aufspielte[6].
Herbsttagung der Wehrführer in Jägersburg

Jägersburg den 03.12.1959.

Die Wehr- und Amtswehrführer trafen sich im Lokal Vogelgesang in Jägersburg. Kreiswehrführer Weissenbach konnte in seiner Begrüßung auch Bürgermeister Boßlet willkommen heißen. Die Punkte der Tagesordnung galten vor allem der Ausbildung und Schulung der Wehrmänner, insbesondere der Führerdienstgrade in der Handhabung der Kreislaufgeräte, Gasschutz und Brandbekämpfung. Schulungsorte, Schulungsleiter und Termine für das erste Jahresquartal 1960 wurden festgelegt. Kreiswehrführer Weissenbach hob noch hervor, dass die Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschriften strengstens zu beachten sind. So sei vorgeschrieben, dass in jeder Wehr ein Dienstgrad für Unfallverhütung und Unfallsachbearbeitung eingesetzt werden müsse. Ferner müssen für die Erste Hilfeleistung in jeder Wehr eine ausreichende Anzahl Wehrmänner ausgebildet sein. Von größter Wichtigkeit sei auch die laufende Überprüfung der Geräte nach den geltenden Vorschriften. Nach Besprechung weiterer technischer Fragen dankte der Kreiswehrführer den einzelnen Wehren für die Leistungen und Einsätze im Laufe des Jahres und schloss die Dienstbesprechung[7].

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurde am 04.09.1960 die hiesige Freiwillige Feuerwehr alarmiert, die trotz des Sonntags in ganz hervorragender Zeit auf ihrem Alarmplatz erschien, um diesmal Jungrinder und Jungbullen einzufangen. Einem Bauern aus Schmittweiler bei Waldmohr, der in einem Wiesenthal in Jägersburg eine Koppel besaß, war eine ganze Herde Rinder und Bullen ausgebrochen. Die Tiere liefen durch den Wald und über die Straße nach Kleinottweiler, wo sie auf der Straße den gesamten Verkehr gefährdeten. Mit Hilfe der hiesigen Feuerwehr konnten die Tiere wieder alle eingefangen und in die Koppel zurückgebracht werden[8].

Haushaltsplan 1960:

Position: Bezeichnung:

714.302 Errichtung u. Instandhaltung d. Löschwasser-

Und Meldeanlagen(Feuerlöschteiche, Hydrantennetz,

Feuermeldeanlagen- und Alarmanlagen) 20 DM

714.303 Neuanschaffung von Feuerlöschgeräten u. Schläuchen 650 DM

714.304 Neuanschaffung von Uniformen u. Ausrüstungsgegenständen 160 DM

714.305 Instandhaltung und Reparatur v. Feuerlöschgeräten usw. 80 DM

714.306 Instandhaltung und Reparatur von Uniformen usw. 20 DM

714.307 Treibstoffe, Öle, Fette, chemische Löschmittel 500 DM

714.308 Brandstellenbeleuchtung, Inanspruchnahme fremder Fahrzeuge 10 DM

714.309 Fachliteratur, Lehrbücher und Zeitschriften 40 DM

714.310 Beiträge zur Unfall- und Unfallzusatzversicherung, Sterbekasse 70 DM

714.311 Beiträge zu den überörtlichen Einrichtungen 220 DM

714.312 Beihilfen für die Teilnahme an Ausbildungslehrgängen 150 DM

714.313 Entschädigungen für Einkommensausfälle bei Einsätzen und Brandwachengestellung 40 DM

714.314 Reisekosten und Entschädigung für Mehraufwand 120 DM

714.315 Ehrengaben für Feuerwehrmänner 100 DM

714.316 Versicherungsprämien 230 DM

714.317 Schreibmaterial, Vordrucke, Drucksachen usw. 20 DM

714.318 Verabreichung von Erfrischungen bei Einsätzen 50 DM

714.319 Kameradschaftszwecke, Kranzspenden 400 DM[9]

Somit gab die Gemeinde für die Feuerwehr, im Jahre 1960 insgesamt 2.880 DM für diese Anschaffungen aus.
Jubilarehrung bei der Feuerwehr

Jägersburg am 18.01.1961

Zu einer Feierstunde im Lokal Vogelgesang- Heinz trafen sich die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Jägersburg. Im Mittelpunkt der Feierstunde stand die Jubilarehrung verdienter Wehrleute. Bürgermeister Boßlet, in Vertretung des Landrates überreichte für 25- jährige ununterbrochene Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr vier Wehrleuten das silberne Feuerwehrehrenzeichen und eine Urkunde. Die Auszeichnung erhielten: Wehrführer Ludwig Graf, die Wehrmänner Ludwig Honecker, Pirmin Nieder und Gustav Schröer. Der Bürgermeister sprach den Jubilaren seinen Dank und seine Anerkennung aus für ihre stete Bereitschaft. Leben und Gesundheit im Dienst für den Nächsten und die Allgemeinheit einzusetzen. Wehrführer Graf versicherte dass die Freiwillige Feuerwehr durch beständiges Üben und Lernen die Fähigkeiten vertiefen wolle, um jederzeit einsatzbereit zu sein[10].

Zum 23. Deutschen Feuerwehrtag vom 21. – 25. Juni 1961, in Bad Godesberg war die Jägersburger Feuerwehr mit von der Partie[11].

„Jägersburg“ am Mittwochabend dem 01.09.1961 rief die hiesige Feuersirene die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zur Bekämpfung eines Feldflächenbrandes im Hähnchenfeld zusammen. Beim Strohverbrennen sprang das Feuer auf das Feld über. Passanten hatten schon gute Löscharbeit geleistet sodass für die Feuerwehr nicht mehr viel zu tun war. Zur gleichen Zeit war in der Nähe des Torfstiches im Forstrevier Lindenwald, ein Waldbrand entstanden. Da wegen dem vorhandenen Torfboden die Gefahr eines Erdbrandes bestand, wurde die Homburger Feuerwehr mit Tankwagen alarmiert. Es gelang, den Brand rasch einzudämmen, sodass nur ein halber Hektar kleiner Fichtenbestand, mit starkem Graswuchs durchsetzt, dem Feuer zum Opfer fiel. Auch die Jägersburger Freiwillige Feuerwehr beteiligte sich nach Bekämpfung des Feldbrandes am Hähnchenfeld an den Löscharbeiten im Torfstich. Der Brand konnte am Abend eingedämmt werden musste aber am 02.09.1961 weiter bekämpft werden, da die Torfschicht noch weiter klimmte[12].
Das Feuer schwelt unter dem Jägersburger Torf

1000 Hektoliter Löschwasser an die Brandstelle gebracht 5000 D-Mark Schaden festgestellt

Seit Mittwochabend steht die Freiwillige Feuerwehr Jägersburg und Homburg im Einsatz bei einem Waldbrand im Torfstich bei Jägersburg. Ununterbrochen fuhr der Tankwagen das Löschwasser zur Brandstelle. Neben dem Tanklöschfahrzeug standen die beiden Sprengwagen der Kreisstadt im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Bis zum 2. September hatte man 1000 Hektoliter an die Brandstelle gebracht. Die Brände im Torf sind bekanntlich sehr heimtückisch. Das Feuer schwelt unter der Oberfläche weiter und brach plötzlich, an der Stelle wieder hervor, wo man es kurz zuvor abgelöscht hatte. Der angerichtete Brandschaden wurde auf 5000 DM geschätzt. Es wurde vermutet, dass hier fahrlässige Brandstiftung vorlag. Die Feuerwehr und die Forstverwaltung unternahmen alle Anstrengungen, das Feuer so schnell wie möglich einzudämmen, damit kein weiterer Schaden angerichtet wurde[13].

23.02.1962 Dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr, Ludwig Graf, der 25 Jahre der Wehr angehört, wurde von Bürgermeister Boßlet im Rahmen eines Kameradschaftsabend im Lokale Vogelgesang- Heinz eine Plakette mit Urkunde für treue Dienste überreicht. Weiter wurden ausgezeichnet; Oberfeuerwehrmann Bernhard Walzer und Karl Kirsch für 15 jährige Dienstzeit in der Feuerwehr. Die Oberfeuerwehrmänner Erich Denig und Rudi Mayer wurden zu Löschmeistern befördert. Bürgermeister Boßlet sprach allen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr für ihren Dienst am Nächsten den Dank der Gemeinde aus. Anschließend gab Feuerwehrkommandant Graf einen Bericht über die hiesige Wehr, die 20 Mann umfasste, außerdem bestand je ein 10 Mann starker Löschzug in Websweiler und Altbreitenfelderhof, die von Löschmeistern geführt wurden. Er lobte das Verständnis des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung, die immer wieder Mittel bereitgestellt hatten, damit die Wehr über eine vorzügliche Ausrüstung verfügte. Die Ausbildungsarbeit wurde in den Wintermonaten durch theoretischen Unterricht und im Sommer durch praktische Übungen betrieben[14].

21.06.1962 Feuerwehr half,

Das trockene und heiße Wetter im Juni, hatte in den höher gelegenen Ortsteilen zu unliebsamen Störungen in der Wasserversorgung geführt. Um diesem Übelstand abzuhelfen, hatte die Feuerwehr vorübergehend die Wasserförderung zum Pumpenhaus übernommen[15].

In der Gemeinderatssitzung vom 09.08.1962, unter Punkt verschiedenes wurde die dringend notwendige Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges besprochen. An dem alten aus Wehrmachtsbeständen stammenden Fahrzeug wurden von der Straßenverkehrsstelle Neunkirchen umfangreiche Schäden festgestellt, die in Saarbrücken beseitigt werden sollten. Auf dem Wege nach Saarbrücken verweigerte das Fahrzeug vor einer Blinkanlage den Gehorsam und musste abgeschleppt werden. Nach Ansicht des in der Sitzung anwesenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Ludwig Graf, war es nicht vertretbar das alte Fahrzeug nochmals zu reparieren, und er schlug vor ein LF 16 anzuschaffen, das bis zu

60 000 DM kosten würde, zu dem ca. 60% als Kreiszuschuss zu erwarten seien. Der Gemeinderat war diesbezüglich bereit, ein neues Feuerwehrauto anzuschaffen und beauftragte die Gemeindeverwaltung mehrere Angebote einzuholen um in der nächsten Sitzung darüber zu beschließen, da die Lieferzeiten bis zu 9 Monate betrugen[16].

Am 07.09.1962 beabsichtigte die Freiwillige Feuerwehr, eine Jung- Feuerwehr aufzustellen. In dieser Jung- Feuerwehr sollten Jungen die nach der Volksschulentlassung für den Dienst in der Feuerwehr vor- und ausgebildet werden, damit sie infolge Alter oder aus anderen Gründen ausscheidende Feuerwehrmänner ersetzen konnten. An die aus der Volksschule entlassenen Jungen erging daher die Bitte, sich für den Dienst an der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen und bei dem örtlichen Wehrführer oder der Gemeindeverwaltung anzumelden.

Am gleichen Tage schrieb die Gemeindeverwaltung:

Wir brachten vor kurzem eine Meldung, dass die Feuerwehr ausrücken musste, um einen Brand auf dem Schuttabladeplatz zu bekämpfen, der auf den benachbarten Wald überzugreifen drohte. Darüber sind 5 Wochen vergangen. Aber immer wieder wird von spielenden Kindern- oder sind es Erwachsene? – auf diesem Platz erneut und in fahrlässiger Weise Feuer gelegt, das oft tagelang schwelt und besonders bei Westwind durch unangenehme Rauchentwicklung die Bewohner der Mozartstraße und des gesamten Neubaugebietes „Am Eiskeller“ belästigt. An alle Eltern und Erziehungsberechtigten ergeht darum die Bitte, die Kinder auf das Gefährliche ihres Tuns hinzuweisen. Und die Erwachsenen, die scheinbar am „Feuerchenmachen“ Freude haben, möchten wir bitten, von dieser Unsitte abzulassen. Im übrigen wird die Polizei unnachsichtlich alle Verfehlungen dieser Art zur Anzeige bringen[17].

Mit dem Aufbau des Katastrophenschutzes im Saarland im Jahre 1962, wurde in Jägersburg ein Verpflegungstrupp aufgestellt, diesem Kochtrupp gehörten folgende Wehrmänner an:

Rudi Grimm, Walter Neuheisel, Alois Becker und Ludwig Graf. Sie wurden mit einer Feldküche ausgestattet, die in einem Holzschuppen, der sich hinter dem Feuerwehrgerätehaus in der Brucknerstraße befand, abgestellt wurde[18]. Im selben Jahr ist eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 von der Firma Metz in Karlsruhe angeschafft worden[19].

Am 09.09.1963 fuhr die Feuerwehr nach Karlsruhe, dort wurde die Glockengießerei der Gebrüder Bachert, sowie die Feuerwehrgerätefabrik Metz besichtigt.

Die Bevölkerung der Gemeinde Jägersburg wurde am 28.10.1963 daraufhingewiesen, das ab sofort jeden Freitag um 12 Uhr ein Probealarm der Feuerwehrsirene erfolgt[20].

Am 16.01.1964 erfolgte die Indienststellung des neuen Löschfahrzeuges LF 16, durch Bürgermeister Walter Boßlet. Dieses Löschgruppenfahrzeug war von der Firma Metz in Karlsruhe, auf einem Mercedes- Benz Fahrgestell aufgebaut[21].

Am 25. August 1965 war für den Kochtrupp, ein Zelt durch den Katastrophenschutz beschafft worden[22]. Prüfkarten von der AUERGESELLSCHAFT GMBH vom 03.12.1965 beweisen, das es in Jägersburg damals schon Atemschutzgeräte gab, mit der man auch Tauchen konnte. Da die Karten drei verschiedene Werknummern haben, ist ersichtlich das es auch drei Geräte waren[23].

Am 16.03.1966 verstarb Bürgermeister Walter Boßlet, er wurde in der Katholischen Pfarrkirche Sankt Josef aufgebart, die Feuerwehr trug ihren toten Kameraden zu Grabe[24]. Walter Boßlet hatte stets ein offenes Ohr, für die Belange der Feuerwehr.

Eine Großübung fand im Oktober 1966 in Jägersburg statt.

Am 22.10.1966 konnte man darüber lesen:

Es ertönte am vergangenen Samstag die Feuersirene. Glücklicherweise handelte es sich aber nur um eine Gemeinschaftsübung der Freiwilligen Feuerwehren von Bexbach, Frankenholz, Höchen und Jägersburg, die in unserem Ort stattfand. Übungsobjekt waren die Wohngebäude der alten ehemaligen Kasernen auf dem Goetheplatz. Der Übungsplan war von dem einheimischen Wehrführer Oberbrandmeister Graf entworfen. Bei der Übung wurde angenommen: im Mittelteil der zusammenhängenden Häuserreihe brach 16.20 Uhr ein Dachstuhlbrand aus. Die Jägersburger Wehr wurde 16.25 Uhr alarmiert. Beim Eintreffen am Brandherd stellte der Einsatzleiter fest, dass er ohne nachbarliche Löschhilfe nicht auskommt. Tag (Samstag) und Uhrzeit sind in bezug auf Löschwasser aus dem Leitungssystem sehr ungünstig. Es kam also nur Löschwasserförderung über lange Wegstrecken durch Hilfe der Nachbarwehren in Frage. Sofort wurden die Wehren aus Bexbach, Frankenholz und Höchen alarmiert. Die Wasserentnahme erfolgte aus dem Schlossweiher. Die Wegstrecke von dem Übungsobjekt bis zur Wasserentnahmestelle beträgt ca. 400 m bei einem Höhenunterschied von rund 17 m. Die Wasserförderungsstrecke wurde über die Schlosstrasse und Schulstraße verlegt, wobei auch die stark befahrende Hauptsraße zu überqueren war. Die rechtzeitig unterrichtete Polizeidienststelle wurde zur Regelung des Verkehrs eingeschaltet. Die an der Brandstelle eingesetzten Wehren gingen mit je 3 C- Rohren zur Brandbekämpfung über. Nach ca. 2 Minuten Wasserförderung wurde die Übung beendet und die einzelnen Wehren sammelten sich nach Verstauung der Geräte am Schlossweiher. Kreisbrandmeister Weissenbach, der die Übung abnahm, lobte am Schluss den guten Verlauf der Übung und das schnelle erscheinen der Nachbarwehren. – die einheimische Wehr aber hatte für diesen Tag noch einmal Großeinsatz angesetzt. Beim Kameradschaftsabend im Schlosshof hatte man Gelegenheit, die allzu kurze Wasserförderung des Nachmittags in Bier oder Wein nachzuholen und tüchtig den Durst zu löschen, wobei wie immer bei der Feuerwehr, frohe Stunden verlebt wurden[25].

„Der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr gehört mit zu den Diensten an der Allgemeinheit – Tugenden, die heute leider selten geworden sind“. Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Ludwig Zimmer am vergangenen Samstag (26.02.1967) die Männer der Freiwilligen Feuerwehr mit ihren Frauen, in ihrer Mitte Kreisbrandmeister Weissenbach, dessen Stellvertreter Schwarz, den Kreissachbearbeiter Roth sowie auch Angehörige der Wehrgruppen der Ortsteile Altbreitenfelderhof und Websweiler. Dem Jahrebericht von Wehrführer Oberbrandmeister Ludwig Graf war zu entnehmen, dass 1966 die Jägersburger Wehr (ohne Altbreitenfelderhof und Websweiler) insgesamt 1310 aktive Dienststunden geleistet hat. Hierfür sprach er den Wehrmännern seinen besonderen Dank aus, auch ihren Frauen, die stets die Notwendigkeit dieser freiwillig übernommenen Pflichten anerkannt und viel Verständnis gezeigt hätten, wurden dabei nicht vergessen. Nach einem Dia- Lichtbildervortrag über die Arbeit der einheimischen Wehr, vorgeführt und humorvoll kommentiert von Rudi Mayer, wurde eine Reihe verdienter Wehrmänner geehrt. So erhielt Erich Denig aus der Hand des Bürgermeisters für 25 Dienstjahre bei der Wehr neben Blumen eine Urkunde und Plakette und wurde zum Oberlöschmeister befördert. Anschließend überreichte ihm Kreisbrandmeister Weissenbach noch das Feuerwehrehrenkreuz in Silber und betonte, wie sehr er sich freue, dass es immer noch Leute gebe, die stets bereit sind, ihre Dienste der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Gerade Jägersburg sei in der glücklichen Lage, nicht nur über beste Geräte, sondern über auch genügend gut ausgebildete Wehrmänner zu verfügen. Das Ehrenzeichen in Bronze für 15 Jahre Feuerwehrdienst erhielten: Rudi Mayer, Edwin Steinmüller, Günter Schlicher, Hans Glaser, und Heinz Hess (beide Altbreitenfelderhof). Das silberne Ehrenzeichen für 25 Dienstjahre wurde Erich Denig, Karl Kirsch und Fritz Rothhaar überreicht. Als besondere Auszeichnung für lange Dienstjahre erhielten Ludwig Graf, Gustav Schröer, Ludwig Honecker (beide Altbreitenfelderhof), Kurt Persch, Pirmin Nieder und Edmund Kullmann das goldene Ehrenzeichen. Im Namen der Jubilare sprach Wehrführer Ludwig Graf den Dank für die Auszeichnungen aus, sein besonderer Dank galt Bürgermeister und Gemeinderat für ihre Aufgeschlossenheit gegenüber den Belangen der Wehr. Einen Ausschnitt aus der Arbeit des Kreises 1961 bis 1967, untermalt mit zahlreichen schönen Dias, gab Kreissachbearbeiter Roth, wobei auch die pflege der Kameradschaft – ein besonderes Anliegen der Wehren- sichtbar zum Ausdruck kam[26].

Eine Tierrettung im Mai 1967 veranlasst zum Schmunzeln:

Einen ungewöhnlichen Badegast hatte ein privater Swimmingpool am Mittwochabend am Ortseingang von Erbach. Ein ausgerissenes Pferd aus Erbach versuchte seine Schwimmkünste in dem kleinen Bad, das allerdings nicht für solche Gäste gebaut ist. Als alle Versuche, es aus dem Becken herauszuholen fehlschlugen, pumpte die Feuerwehr dasselbe leer und ein Kranwagen beförderte es wieder aufs trockenen[27].

Im Juli/August nachdem die Wohnung über dem Feuerwehrgerätehaus, freigeworden war bauten Mitglieder der Feuerwehr die Wohnung in einen Schulungsraum um, bis dahin fand der Theoretische Unterricht im Keller der 1907 erbauten Schule statt[28].

Es wurden eine Toilette sowie eine Dusche eingebaut[29].

Junge Männer im Alter von 15 bis 25 Jahren, die sich als Feuerwehrmänner oder als Taucher ausbilden lassen wollten, konnten sich ab sofort dienstags ab 19.30 Uhr im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr in Jägersburg, Brucknerstraße über dem Gerätehaus anmelden. Alles Nähere wurde ihnen dann durch den Wehrführer mitgeteilt[30].

Am 07.10.1967 ist in den LF16 ein Funkgerät FuG 7b eingebaut worden, von nun an konnte die Feuerwehr mit der Polizei Funken[31].

Der Wehrführer der Gemeinde Jägersburg/Saar Ludwig Graf, wurde am 23.04.1968 Stellvertretender Kreisbrandmeister, und zugleich Hauptbrandmeister[32]

Die Feuerschutzordnung (FSO) der Gemeinde Jägersburg vom 08.05.1968 wurde von Landrat Bungart am 31.05.1968 genehmigt und ist am 01.07.1968 in Kraft getreten[33].

Der Kreisfeuerwehrverband tagte am 10.07.1968 in Höchen: Alarmplan für Autobahnunfälle
Feuerwehr Jägersburg erhält Tauchergruppe

Die programmgemäße Wehrführerbesprechung des Kreisfeuerwehrverbandes Homburg fand im Lokal Außerwinkler in Höchen statt. Weit über sechzig Personen, darunter die Wehr- und die Stellvertretenden Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreisgebiet sowie der Werkswehren des Neunkircher Eisenwerks und der Firma Bosch nahmen daran teil. Die Besprechung, bei der wichtige organisatorische Neuerungen auf Kreisebene sowie die Arbeitskunde verschiedener moderner Geräte erörtert wurden, eröffnete der stellvertretende Kreisbrandmeister Ludwig Graf. Unter anderen begrüßte er den Kreisbrandmeister Schwarz, den Kreisgeschäftsführer Roth sowie die Wehrführer aus allen Kreisorten.

Eingangs gab Löschmeister Feller Erläuterungen über die neue Kraftspritze, ihre Pflege und Wartung sowie ihre Anwendung. Geschäftsführer Roth erinnerte an die fällige Überprüfung der schweren Atemschutzgeräte KG 210, die im Lieferungswerk vorgenommen wird. Eine Überprüfung der Ventile müsse alle fünf Jahre erfolgen. Für die Dauer der Überprüfung müsse ein Ersatzgerät beantragt werden. Roth erinnerte gleichzeitig an die Einzahlung der noch fälligen Gelder in die Kameradschaftskasse des Kreisfeuerwehrverbandes. Zur Kenntnis brachte er die neuerlassenen Richtlinien bei Beerdigungen und Trauerfeiern. Für den scheidenden Wehrführer Cussler aus Homburg stellte er der Versammlung den neuen Wehrführer Biehl vor.

Im zweiten Halbjahr, so kündigte der stellvertretende Kreisbrandmeister Graf an, würden verschiedene Lehrgänge, darunter auch Atemschutz- Lehrgänge, ausgeschrieben werden. Auf sein Befragen erklärten sich mehrere Wehren bereit, sich an Wettkämpfen auf Landesebene zu beteiligen. Die ersten Besprechungen zwecks Ausbildung einer Tauchergruppe im Kreisfeuerwehrverband Homburg hätten, so führte Graf weiter aus schon stattgefunden. Jägersburg wäre wegen seiner Weiher an einer Tauchergruppe interessiert. Die Ausrüstung eines Tauchers koste rund 2500 DM, außerdem seien für die Ausbildung noch weitere 2000 DM erforderlich. Für diese Ausbildung wolle man nur Personen im Alter von 18 bis 45 Jahren auswählen, die im Besitz des Leistungsscheines der DLRG wären und ferner einen abgeschlossenen Rotkreuzlehrgang nachweisen können. Graf kündigte an, dass Anfang September bei der Firma Mattern mit einem Taucherlehrgang begonnen werde. Man sei nach erfolgter Ausbildung bemüht, eventuell eine Freistellung der Taucher von der Bundeswehr zu erwirken.

Von mehreren Seiten wurde angeregt, für die das Kreisgebiet durchlaufende Autobahn von 22 km Länge einen Alarmplan aufzustellen. Für den Ölbrandeinsatz, so wurde angeführt, stünden jetzt zwei Fahrzeuge zur Verfügung. Neben Homburg verfüge Kirkel über ein solches Fahrzeug. In die allgemeinen Bestimmungen sei ein Ölbrandeinsatz noch nicht aufgenommen werden. Eine Lagerung von „Egoperl“ ein ölaufsaugendes Mittel, müsse überall in den Gemeinden vorgenommen werden.

Die fünfte Arbeitsrunde der Wehrführer kündigte Graf für Freitag 6. September, im Gasthaus Müller in Kleinottweiler an. Als Thema sei bei dieser Besprechung die Löschwasserförderung festgesetzt. Eine weitere Übung, bei der eine praktische Ölbrandbekämpfung vorgenommen werden wird, ist für Freitag, 4. Oktober, in Mimbach vorgesehen. Einladungen zum Delegiertentag des Deutschen Feuerwehrverbandes vom 6. bis 8. September in Völklingen würden rechtzeitig ergehen. Nicht zu vergessen sei am 8. September die Großkundgebung in der Saarlandhalle in Saarbrücken[34].

Insgesamt 6 Mann der Feuerwehr in Jägersburg, machten den DLRG- Leistungsschein im Waldmohrer Schulschwimmbad, Dies waren die Wehrmänner Günter Schlicher, Arno Nesselberger, Joachim Georg, Walter Denig und Günter Hoppstädter. Die Feuerwehr hatte als Ausrüstung 3 Tauchgeräte mit Vollmasken, 2 Neopren- Anzüge, 2 Paar Schwimmflossen und 2 Bleigürtel. Die Übungen fanden in den Jägersburger Weihern und im Hallenbad in Waldmohr statt[35]. Die ersten drei Taucher der Feuerwehr waren, Arno Nesselberger, Günter Schlicher und Werner Graf[36].

Im August 1968 fand in Einöd, eine Großübung mit Bananen Hubschrauber unter der Beteiligung der Feuerwehren aus Frankenholz, Höchen, Bexbach, Breitfurt, Homburg, Kirrberg und Jägersburg statt[37].

Am 17. Juni 1969 fand das erste Feuerwehrfest, im Wald an der Websweilerstraße statt.
Der Alarm kam überraschend

Dennoch waren die Wehren schnell zur Stelle

Als am vergangenen Samstag den 20.10.1969 in Jägersburg die Sirenen ertönten, musste so mancher Feuerwehrmann Abstand nehmen von seiner Tasse Kaffee, der Zwetschgenernte oder seiner sonstigen Freizeitbeschäftigung, um zum Feuerwehrgerätehaus zu eilen. Dort erhielten die Wehrmänner Kenntnis, dass die Freiwillige Feuerwehr ihre Jahresabschlussübung als Alarmübung durchführte. Es sollte festgestellt werden, inwieweit die einzelnen Wehren im Höcherberggebiet einsatzbereit sind und wie die Zusammenarbeit ist. Das angenommene Brandobjekt war ein Gehöft in Altbreitenfelderhof. Man vermutete Brandstiftung und den Brandstifter im Inneren der Stallungen.

Der Sonderangriffstrupp der Feuerwehr Jägersburg, hinzu kamen zu den Löscharbeiten noch die Wehren aus Höchen, Oberbexbach und Frankenholz mit je einem Löschfahrzeug, hatte die Aufgabe, Menschen und Vieh zu retten mit schweren Atemschutz, wobei von der Möglichkeit ausgegangen wurde, dass der Brandherd den Einsatz der nachbarlichen Löschhilfen notwendig macht. Kritische Beobachter waren Kreisbrandmeister Willi Schwarz aus Breitfurt, der stellvertretende Kreisbrandmeister Ludwig Graf aus Jägersburg, der geschäftsführende Beauftragte für Feuerwehrfragen beim Kreis Homburg, Alois Roth aus Reiskirchen, sowie von der Gemeinde Jägersburg Bürgermeister Ludwig Zimmer und der Beigeordnete Rudolf Stalter. Die Beobachter waren mit den erreichten Leistungen zufrieden, die die Einsatzfähigkeit und Geschlossenheit der vier Wehren nachdrücklich unter Beweis stellten. Von Interesse dürfte noch sein, dass das zur Brandbekämpfung erforderliche Wasser aus einem nahe gelegenen Weiher mittels einer Saugleitung über das Löschfahrzeug durch eine 250 Meter lange Förderleitung gepumpt wurde. Die Absperrung des Brandortes hatte ein Vertreter der Polizei übernommen[38].
Im Ernstfall wäre es eine Katastrophe

Abschlussübung am 09.04.1970

In den späten Nachmittagsstunden ertönten plötzlich die Feuersirenen für die Wehren Bexbach, Ludwigsthal, Oberbexbach, Niederbexbach und Jägersburg. Der Einsatzort war ein Brand am Schulhaus in Ludwigsthal. Schon in einem Zeitraum zwischen 12 und 18 Minuten trafen die Wehren am Einsatzort ein und stellten fest, dass durch den Kreisbrandmeister Schwarz lediglich eine Einsatzübung ausgelöst worden war. Sinn und Zweck der Übung war neben der Feststellung der Schlagkraft und Einsatzbereitschaft der Wehren vor allem die Wasserversorgung im Gelände um das Schulhaus.

Von verantwortlicher Stelle war angenommen worden, dass bei einem Brandeinsatz genügend Wasser vorhanden sei. Die Übung zeigte jedoch, dass bei der Löschwasserversorgung ein enormer Missstand vorhanden war. Durch die Wehr von Bexbach- Ludwigsthal war eine Schlauchleitung vom Hydranten im Schulhof gelegt worden, der jedoch nicht genügend Wasser abgab, so dass beim Einsatz der Pumpe der Zulauf vollkommen versiegte. Durch die Wehr von Niederbexbach musste daraufhin innerhalb des Ortes eine Zuleitung gelegt werden, die von den Wehren Oberbexbach und Jägersburg zum angenommenen Brandherd weitergelegt worden war. Aber auch hier reichte die Wassermenge gerade aus, um, wie ein Wehrmann sagte, die Gärten zu sprengen. So musste der Schieber zur Neunkircher Leitung geöffnet werden, aber auch hier zeigte sich keine verstärkte Wasserzufuhr. Insgesamt mussten bei der Übung 350 Meter Schlauchleitung verlegt werden.

Kreisbrandmeister Schwarz zeigte sich über den personellen und schnellen Einsatz seiner Wehren erfreut und sprach ihnen auch seinen Dank aus. Seine Missbilligung musste er jedoch über die schlechte Wasserversorgung aussprechen, denn- so führte er aus- was nützt eine gute und schnelle Wehr ohne genügend Wasser[39].
Feueralarm

Aufgrund verschiedener Vorkommnisse wird darauf hingewiesen, dass die Alarmierung der Feuerwehr von Jägersburg vom entsprechenden Bedienungsknopf der Sirene am Eingang des Bürgermeisteramts erfolgt. Die Art der Bedienung geht aus einer Beschriftung an diesem Knopf hervor[40]. Wer die Sirene betätigt, muss jedoch sofort nach dieser Betätigung zum Feuerwehrgerätehaus, um der Feuerwehr auch sagen zu können, wo sich die Brandstelle befindet. Völlig verkehrt ist es, wenn jemand die Feuerwehr von Homburg verständigt, was für diese Person unter Umständen eine finanzielle Belastung bedeuten kann, da die Feuerwehr von Homburg bei Fehlalarm ihre Kosten dem Besteller in Rechnung stellt[41].

06.04.1970 Ehrungen bei der Feuerwehr:

Ehrungen gab es bei der freiwilligen Feuerwehr in Jägersburg für 15 und 20 jährige Tätigkeit sowie eine Ernennung zum Löschmeister.

Beim Sportfest des Fußballsportverein Viktoria Jägersburg am 08.06.1970 kam die Feuerwehr zu folgendem Einsatz:

Die Freiwillige Feuerwehr war ständig im Einsatz, den Platz wegen der allzu großen Hitze zu bespritzen und so den Aktiven das Spielen zu erleichtern. Der FSV bedankte sich öffentlich für die tatkräftige Hilfe bei der Feuerwehr[42].

Bericht vom 23.04.1971: Wiederholt schreckte in der vergangenen Woche die Feuersirene die Bevölkerung unseres Ortes auf. Feuerwehrautos brausten dann wieder zum ewig brennenden Müllplatz in der Eichelscheiderstraße, von dem das Feuer sich in das anschließende Wiesengelände und den nahen Wald ausgebreitet hatte. Nur dem Einsatz der Wehrmänner ist es zu verdanken, dass größerer Schaden verhütet werden konnte.

In Kirrberg fand in diesem Jahr der „Tag des Freiwilligen Helfers“ statt, die Feuerwehr beteiligte sich am Festumzug.
Probebetrieb der Luftschutzsirenen

Am Mittwoch, dem 29. September 1971 in der Zeit von 10,00 bis 10,08 Uhr, erfolgt die öffentliche Erprobung der Luftschutzsirenen.

1) Um 10,00 Uhr das Signal „Entwarnung“

2) Um 10,04 Uhr das Signal „Luftalarm“

3) Um 10,08 Uhr das Signal „Entwarnung“[43]

Gemeinderatssitzung Donnerstag den 06.04.1972 Punkt 2 Funkanlage für die Feuerwehr

Der Landrat empfahl für den Kreis Homburg eine Neuorientierung der Feuerwehralarmierung auf Funkbasis. Nach einem Vorschlag kam für Jägersburg eine sogenannte Ausrüstung I in Frage, welche ein Sirenensteuergerät (SirStg), einen Meldeempfänger (ME) und ein Funkgerät 7b (FUG 7b) umfasste. Die Kosten für diese Ausrüstung beliefen sich auf ca. 10.000 DM. Aus Mitteln der Feuerschutzsteuer sollte eine 40 bis 50%ige Bezuschussung erfolgen. Wehrführer Graf erläuterte die Situation bei der Feuerwehr und wies auf die Vorteile der Funkalarmierung hin. Nach kurzer Beratung beschloss der Gemeinderat einstimmig, die erforderlichen Mittel im Haushaltsplan bereitzustellen und die Maßnahme dann durchzuführen, wenn der entsprechende Zuschuss sicher war. Das bei der Gemeinde installierte Steuergerät war bereits so eingerichtet, dass es für den Funkverkehr verwendbar war. Aus diesem Grunde konnten sich die Kosten evtl. senken[44].

Satzung zur Erhebung von Gebühren für Leistungen der Feuerwehr bei besonderen Einsätzen oder Diensten beschloss der Gemeinderat einstimmig, folgende Satzung mit Gebührenverzeichnis zu erlassen[45].
Satzung

Über die Erhebungen von Gebühren für Leistungen (für die Inanspruchnahme) der Feuerwehr der Gemeinde Jägersburg/Saar.

Aufgrund des § 11 der Gemeindeordnung in der derzeit geltenden Fassung und der §§ 4 und 6 des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 in der derzeit geltenden Fassung hat der Gemeinderat in Jägersburg am 08.04.1972 die folgende Satzung beschlossen:

§ 1

Gebührenpflichtige Leistungen

(1) Für Dienst- und Sachleistungen der Feuerwehr, die nicht zu den Aufgaben des Feuerschutzes nach dem Gesetz über den Feuerschutz im Saarland (Feuerschutzgesetz- FSG-) vom 28.06.1967 (Amtsblatt S. 630) gehören, erhebt die Gemeinde Gebühren nach den Vorschriften dieser Satzung.

(2) Auf Antrag können Dienst- und Sachleistungen gewährt werden, wenn

1. das private Dienstleistungsgewerbe in der Gemeinde nicht in der Lage ist, die beantragte Leistung auszuführen;

2. das private Dienstleistungsgewerbe die beantragte Leistung nicht rechtzeitig ausführen kann und durch die Leistung der Feuerwehr schwerwiegende wirtschaftliche Nachteile des Antragstellers verhindert werden können;

3. die Leistung der Feuerwehr im allgemeinen öffentlichen Interesse liegt und diese Leistung durch das private Dienstleistungsgewerbe nicht rechtzeitig durchgeführt werden kann.

(3) Die Gebührenpflicht besteht insbesondere,

1. wenn nach §18 der Feuerschutzordnung vom 5. Mai 1968 bei Aufräumungsarbeiten nach der Gefahrenbeseitigung weitergehende Leistungen auf Antrag des Geschädigten erbracht worden sind,

2. wenn Brandwachen nach § 19 der Feuerschutzordnung über das pflichtgemäße Ermessen des Einsatzleiters hinaus auf Antrag des Geschädigten gestellt worden sind,

3. wenn Feuersicherheitswachen in Theatern, Versammlungs- und Ausstellungsräumen sowie aus sonstiger Veranlassung auf Antrag gestellt worden sind,

4. für die Überlassung von Geräten,

5. für die Wartung und Prüfung von privaten Feuermelde- und Feuerlöscheinrichtungen,

6. für Krankentransporte

(4) Über die Durchführung einer gebührenpflichtigen Dienst und Sachleistung entscheidet der Bürgermeister, Wehrführer oder Einsatzleiter.

§ 2

Gebührenverzeichnis, Gebührenmaßstab

(1) Die Gebühren werden nach dem anliegenden Gebührenverzeichnis, das Bestanteil dieser Satzung ist, festgesetzt.

(2) Für die Bemessung der Gebühren sind die Arbeitszeit, die mit einem Fahrzeug zurückgelegten Fahrkilometer und die Dauer der Gerätebenutzung maßgebend. Die Einsatzzeit beginnt mit dem Verlassen der Feuerwache und endet mit der Rückkehr zur Feuerwache.

(3) Soweit der Gebührenfestsetzung im Gebührenverzeichnis Stundensätze zugrunde liegen, wird die angefangene erste Stunde als volle Stunde gerechnet. Ab Beginn der zweiten Stunde werden bis zu 30 Minuten als halbe Stunde und mehr als 30 Minuten als volle Stunde gerechnet.

(4) Soweit der Gebührenfestsetzung im Gebührenverzeichnis Tagessätze zugrunde liegen, wird jeder angefangene Tag als voller Tag gerechnet.

(5) Mit der Gebühr sind alle der Feuerwehr bei der Hilfe- und Sachleistung erwachsenen Kosten abgegolten mit Ausnahme der Kosten, die durch Anwendung besonderer chemischer oder sonstiger Hilfsmittel entstehen. Diese Kosten sind von dem Gebührenschuldner zu erstatten.

§ 3

Gebührenschuldner

(1) Zur Zahlung der Gebühr ist verpflichtet:

1. der Antragsteller,

2. derjenige, in dessen Interesse die Leistung erfolgt.

(2) Mehrere Gebührenschuldner haften als Gesamtschuldner.

§ 4

Entstehung der Gebührenschuld

Die Verpflichtung zur Entrichtung der Gebühr (Gebührenschuld) entsteht, sobald die Dienst- oder Sachleistung von der Feuerwehr erbracht ist.

§ 5

Festsetzung der Gebühren, Fälligkeit

(1) Die Gebühren sind dem Gebührenschuldner durch einen Gebührenbescheid bekannt zugeben. Der Gebührenbescheid soll enthalten:

a) die Art der Dienst- oder Sachleistung,

b) die Höhe und Berechnung der Gebühren und der erstattungsfähigen Kosten,

c) die Rechtsgrundlage für die Erhebung der Gebühren,

d) den Empfänger und die Kasse an die zu Zahlen ist,

e) eine Rechtsmittelbelehrung

(2) Die Gebühren werden mit der Bekanntgabe des Gebührenbescheides an den Gebührenschuldner fällig. Rückständige Gebühren werden im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben.

§ 6

Vorschuss und Sicherheitsleistung

Vor der Ausführung einer gebührenpflichtigen Dienst- oder Sachleistung kann eine Vorschuss- oder Sicherheitsleistung bis zur Höhe der voraussichtlichen Gebühr verlangt werden.

§ 7

Aufrechnungs- und Zurückbehaltungsrecht

Gegen eine Gebührenforderung kann mit Gegenansprüchen nicht aufgerechnet werden. Ein Zurückbehaltungsrecht kann nicht geltend gemacht werden.

§ 8

Rechtsmittel

(1) Gegen die Festsetzung und Erhebung der Gebühren und der Kosten nach dieser Satzung steht dem Zahlungspflichtigen innerhalb eines Monats, von dem auf die Zustellung folgenden Tag an gerechnet, der Widerspruch zu, der schriftlich oder zur Niederschrift bei der Gemeinde Jägersburg einzulegen ist.

(2) Der Widerspruch hat gemäß § 8 Abs. 80 2 VwGO keine aufschiebende Wirkung.

§ 9

Inkrafttreten

Diese Satzung tritt am Tage nach der Bekanntmachung an allen Bekanntmachungstafeln in Kraft.

6651 Jägersburg, den _____________

Der Bürgermeister:


Gebührenverzeichnis


Zur Satzung über die Erhebung von Gebühren für

die Leistungen der Feuerwehr der Gemeinde Jägersburg

1. Personalkosten:

Je Einsatzstunde werden erhoben

1 Einsatzkräfte 4,50 DM

2 Taucher bei Tauchtiefen bis 10 m tiefe 15,00 DM

3 Gebühren für Sicherheitswachen:

(Theater- und Zirkussicherheitswachen,

Karneval etc.)

Wachpersonal: je Stunde 3,00 DM

4 Soweit bei gebührenpflichtigen Einsätzen

Reisekosten, Tages- und Übernachtungs-

Gelder oder Kosten für Verpflegung anfallen,

werden diese dem Auftraggeber in Höhe der

Selbstkosten in Rechnung gestellt.



2. Sachleistungen:

2.1. Grundgebühren:

Die Grundgebühr für die Gestellung von Fahrzeugen und

Sondergeräten beträgt für:

2.11 Löschfahrzeuge

LF 8 10,-- DM

LF 16 15,-- DM

TLF 16 15,-- DM

Tro/LF 16 20,-- DM

2.12 Sondergeräte:

Notstromgeräte KVA 20,-- DM

Kompressor 10,-- DM

Atemschutzgeräte 10,-- DM

Schlammpumpe 10,-- DM

Ölschadenanhänger 20,-- DM

2.2 Betriebsgebühren:

Neben der Gebühr unter Ziffer 2.1 wird für

Jede Betriebsstunde einer Feuerlöschkreiselpumpe

Eine Betriebsgebühr erhoben:

2.21 Feuerlöschkreiselpumpe 8,-- DM

2.3 Sonstiger Geräteeinsatz:

2.31 Wasserstrahlpumpen einschließlich Standrohr

und Schlüssel

a) je Einsatz bis zu einem Tag: 2,-- DM

b) für jeden weiteren Tag: 1,-- DM

zuzüglich Wasserverbrauch

2.32 Für Sturmlaterne je Tag und Einsatz

mit Brennstoff 2,50 DM

2.33 Für Feuerlöschschläuche und Strahlrohre:

Die Gebühr ist als Tagesgebühr festgesetzt.

Ausgabetag und Rückgabetag werden als 1 Tag

Berechnet.

2.331 B- Schlauch bis 1 Tag 2,50 DM

darüber hinaus je Tag 2,-- DM

2.332 C- Schlauch bis 1 Tag 2,-- DM

darüber hinaus je Tag 1,50 DM

2.333 B- Strahlrohr je Tag 1,-- DM

2.334 C- Strahlrohr je Tag 1,-- DM

2.34 für Schlaucheinbände

= 6 Einbände = 1 Arbeitsstunde = 7,80 DM

2.35 für Reinigung und Prüfung der Schläuche

= 4 Schläuche = 1 Arbeitsstunde = 7,80 DM

3. Bei missbräuchlicher Alarmierung sind die entstandenen Kosten zu erstatten.

4. Gebühren für Gutachten und Bescheinigungen sind nach der Verwaltungsgebührenverordnung für die Gemeinde Jägersburg zu erheben.

Jägersburg, den 8.4.1972 Der Bürgermeister[46].

Anwesend waren: Bürgermeister Zimmer, als Vorsitzender, 1. Beigeordneter Stalter, 2. Beigeordneter Seebald, sowie die Mitglieder des Gemeinderates Frau Andreis, Braun, Burkart, Denig, Georg, Graß, Habermann, Hoffmann, Klein, Kolb, Nesselberger, Schmitt, Steinbrecher, Städtler, Steitz und Stetzer. Sonstige Anwesende: Gemeindeamtmann Missy als Schriftführer, Gemeindeangestellter Georg und Gemeindeangestellter Wagner als Sacharbeiter.




Ehrungen bei der Freiwilligen Feuerwehr am 28.04.1972

Eine große Gästeschar konnte der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Ludwig Graf zur Ehrung verdienter Feuerwehrangehörigen begrüßen. U. a. Bürgermeister Zimmer, Kreisbrandmeister Willi Schwarz, den Sachbearbeiter für das Feuerwehrwesen beim Kreis Alois Roth. Vertreter der Forstbehörde und der Polizei. In einem kurzen Rückblick streifte L. Graf noch einmal das Jahr 1971 und stellte fest, dass die Wehr in 16 Einsätzen ihre Durchschlagskraft unter Beweis gestellt habe. Besonders dankte er der Gemeindeverwaltung, Bürgermeister Zimmer, sowie der örtlichen Forstbehörde für die beispielhafte Zusammenarbeit. Bürgermeister Zimmer lobte die Feuerwehr und stellte fest, dass man in der Gemeinde stolz auf die örtliche Wehr sein könne. Für 15 Jahre aktiven Dienst zeichnete er Alois Becker und Alois Walzer aus und überreichte ihnen Urkunde und Plakette. Alois Walzer wurde vom Oberfeuerwehrmann zum Löschmeister befördert. Erich Denig wurde vom Oberlöschmeister zum Brandmeister befördert. Für ihre Verwaltungsarbeit erhielt die Gemeindeangestellte M. Dony vom Wehrführer ein Blumengebinde. Anschließend zeichnete Kreisbrandmeister Schwarz Alois Becker und Alois Walzer mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Bronze für 15 Jahre Feuerwehrdienst aus. Für 20 Jahre Zugehörigkeit zur Wehr erhielten Edwin Steinmüller und Ludwig Leber das silberne Abzeichen. Erich Denig erhielt für 30 Jahre Feuerwehrdienst das Feuerwehrehrenabzeichen in Gold[47].

Im Rahmen eines Waldfestes der Freiwilligen Feuerwehr in Jägersburg am 16.07.1972 galt es, 400 Portionen Erbsensuppe mit Wurst in der Gulaschkanone zu bereiten und auszuteilen. Denn so viele Besucher hatten sich zum Mittagessen im Verlauf des Waldfestes am Fuchsberg versammelt, die 400 Personen labten sich an Wein, Bier oder Rostwürsten. Die Kinder hatten ihre Freude am Sackhüpfen und Blumentopfschlagen. Ein großes Lob und ein Dankeschön wurde der Forstverwaltung zuteil, insbesondere dem damaligen Revierförster Peter Klink, der den Platz zur Verfügung gestellt hatte. Die Gemeinde war durch Bürgermeister Zimmer und durch den Beigeordneten Stalter vertreten[48].
Brandstiftung im Jägersburger Sportheim am 25.08.1972

Fast völlig zerstört wurde bei einem Brand in der Nacht von Donnerstag 25.08. auf Freitag 26.08.1972, der Wirtschaftsraum im Anbau der Jägersburger Turnhalle.

Wie die Kriminalpolizei mitteilte, ist gegen 2 Uhr nachts eingebrochen worden, und zwar sind der oder die Täter durch Duschraumfenster eingestiegen. Ob es sich bei dem anschließenden Brand um fahrlässige oder absichtliche Brandstiftung handelte, ließ sich bis dahin nicht feststellen. Nur dem schnellen Einsatz der freiwilligen Feuerwehr Jägersburg war es zu verdanken, dass der Brand nicht auf die Turnhalle, deren Anbau, erst fertiggestellt wurde, und auf die Dusch- und Toilettenanlage übergriff.
Gemeinderatssitzung vom 19. Juni 1973

Punkt 11 der Tagesordnung
Feuerwehrgerätehausverkauf

a) Websweiler

Der Anlieger Friedrich Martin hat sich um das Feuerwehrgerätehaus in Websweiler beworben und ein Angebot von 5,-- DM pro qm gemacht für die neben dem Feuerwehrgerätehaus liegende Fläche, während er für das Feuerwehrgerätehaus selbst 2.000,-- DM bietet. Nach kurzer Beratung beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Fläche neben dem Feuerwehrgerätehaus mit 12,-- DM pro qm an Herrn Martin verkaufen, ebenso auch das Feuerwehrgerätehaus selbst für einen Kaufpreis von 3.000,-- DM einschließlich der Fläche, die zu diesem Gerätehaus gehört. Falls Herr Martin damit einverstanden ist, wird der Bürgermeister ermächtigt, einen entsprechenden Kaufvertrag abzuschließen.

b) Altbreitenfelderhof

Um den Erwerb des Gerätehauses in Altbreitenfelderhof hat sich Frau Hanna Hirtz, die Eigentümerin des ehemaligen Schulhauses direkt neben dem Gerätehaus ist, bemüht. Sie bietet der Gemeinde 2.000,-- DM für dieses Gerätehaus. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, an Frau Hirtz das Gerätehaus Altbreitenfelderhof für 2.000,-- DM zu verkaufen.
Punkt 13 Verschiedenes

b) Ratsmitglied Habermann erinnerte daran, dass, wenn das Feuerwehrgerätehaus in Websweiler verkauft wird, die Feuerwehr in Websweiler keinen Raum mehr habe, wo sie die Geräte unterbringen könne. Vor allem müsse man an die Unterbringung der Handfeuerlöscher denken[49].

Jägersburger Feuerwehr rettete Fischbestand des Spickelweihers

Am Freitag dem 08.09.1973 wurde die Freiwillige Feuerwehr Jägersburg zu einem außergewöhnlichen Einsatz gerufen. Die von der staatlichen Fischzuchtanstalt Wadrill im Spickelweiher ausgesetzten Fische litten durch die langanhaltende Trockenperiode an Sauerstoffmangel. Einige Quellen die sich in der Nähe befinden, trockneten aus, so dass nur noch wenig Wasser in den Spickelweiher gelangte. Dadurch bestand ein akuter Sauerstoffmangel im Wasser. Um den Fischbestand zu retten, wurde die Freiwillige Feuerwehr alarmiert. Unter der Leitung von Wehrführer Graf und Beamten der staatlichen Zuchtanstalt wurde das Wasser mit einer Saugleitung aus dem Weiher gepumpt, um es dann im hohen Bogen wieder hineinzusprühen. Da am Sonntag dem 10.09.1973 eine Übung bevorstand wurde sie zum Spickelweiher verlegt, um das Wasser nochmals in Bewegung zu setzen. Mit dieser einfachen Methode wurde das Wasser mit Sauerstoff angereichert und aus der Übung eine nützliche Tat[50]. Die Abschlussübung am 19.11.1973 fand am Schlossweiher statt.

[1] Archiv von Brandmeister Udo Rettig, der es dem Verfasser im Januar 2003 vollständig zur Verfügung stellte, dieses Privat- Archiv umfasst die Jahre von 1957 - 2003

[2] Udo Rettig

[3] Vorbericht zum Haushaltsplan aus dem Jahre 1958

[4] Die Angaben sind in Französischer Währung für das Saarland im Original angegeben

[5] Udo Rettig

[6] Udo Rettig

[7] Udo Rettig

[8] Udo Rettig

[9] Ordentlicher Haushaltsplan der Gemeinde Jägersburg 1960 hier Ausgaben

[10] Udo Rettig

[11] Nach Aussage von Rudi Mayer gegenüber dem Verfasser vom 17.02.2007

[12] Udo Rettig

[13] Udo Rettig

[14] Udo Rettig

[15] Udo Rettig

[16] Udo Rettig

[17] Udo Rettig

[18] Günter Hoppstädter 1927 2002 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Jägersburg Festschrift

[19] siehe Fußnote 15

[20] Ortsanzeiger der Gemeinde Jägersburg Jahrgang 6 Nr. 4 vom 28.10.1963

[21] siehe Fußnote 15, sowie als Quelle der Fahrzeugschein

[22] Nach Aussage von Alois Becker  gegenüber dem Verfasser am, 16.03.2000

[23] Archiv der Freiwilligen Feuerwehr Jägersburg/Saar eingesehen am 27.08.1997

[24] Nach Aussage von Oberlöschmeister Klaus Gutwein gegenüber dem Verfasser am 17.11.1990

[25] Udo Rettig

[26] Udo Rettig

[27] Aus dem Kreisanzeiger eigene Sammlung, in der 20 Woche 2002

[28] Hier standen dem Verfasser die Aussagen von Günter Hoppstädter, Arno Nesselberger, Udo Rettig sowie Rudi Mayer zur Verfügung.

[29] Nach Aussage von Arno Nesselberger gegenüber dem Verfasser vom 17.02.2007

[30] Ortsanzeiger der Gemeinde Jägersburg Jahrgang 10 Nr. 7 vom 18.01.1968

[31] Nach Aussage von Günter Hoppstädter gegenüber dem Verfasser am 20.02.1992

[32] Karteikarte im Archiv der Feuerwehr eingesehen am 13.09.2006

[33] Verpflichtungserklärung im Besitz des Verfassers, überreicht von Oberbrandmeister Günter Hoppstädter am 03.07.1992

[34] Udo Rettig

[35] Wie Anm. 15

[36] Nach Aussage von Arno Nesselberger gegenüber dem Verfasser am 29.05. 2002

[37] Nach Aussage3 von Kurt Hirsch gegenüber dem Verfasser am 15.08.2005 

[38] Udo Rettig

[39] Udo Rettig

[40] Am Bürgermeisteramt befand sich ein Kästchen, wie die Art der Alarmierung erfolgen sollte, drückte man einmal auf den Knopf, so lief die Sirene normal d. h. 1 Minute Dauerheulton zweimal unterbrochen so wusste die Feuerwehr, es handelt sich um ein Gebäude oder Häuserbrand, wurde der Knopf zweimal gedrückt, war ein Wald oder Flächenbrand. Nach Aussagen von Klaus Umlauf, Klaus Gutwein und Peter Andreis (Gemeindeverwaltung) am 28.09.2007 gegenüber dem Verfasser. 

[41] Ortsanzeiger der Gemeinde Jägersburg Jahrgang 12 Nr. 11 vom 26.05.1970

 

[42] Udo Rettig

[43] Ortsanzeiger der Gemeinde Jägersburg Jahrgang 14 Nr. 3 vom 24.09.1971

 

[44] Gemeinderatssitzung am Tag wie oben

[45] Haushaltssatzung der Gemeinde Jägersburg vom 06.04.1972

[46] Niederschrift über die 52 Sitzung des Gemeinderates der Gemeinde Jägersburg vom Donnerstag, dem 6. April 1972, 19,00 Uhr

[47] Udo Rettig

[48] Udo Rettig

[49] Niederschrift der Gemeinderatssitzung vom 19. Juni 1973

[50] Udo Rettig